Wie du dir mit deinem Körperkompass Ziele setzt

Für den Anfang eines neuen Jahres gilt dieses Zitat von Hermann Hesse wohl ganz besonders:

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne."

Hermann Hesse

Wir alle spüren zu Beginn jedes neuen Jahres das Gefühl des Neuanfangs und des Aufbruchs. Die guten Vorsätze sprießen allerorten wie Pilze aus dem Boden! Und wir nehmen uns ganz fest vor, dass es dieses Jahr gelingen wird, die Vorsätze umzusetzen!

Gleichzeitig ahnen wir jedoch – schon während wir uns noch etwas vornehmen – dass diese Vorsätze oft direkt im ersten Monat des Jahres schon wieder verpufft sein könnten.
 
Ein Zustand, der Ende Januar bei der Mehrheit der Menschen auch schon wieder normal ist, würde ich mal behaupten.
 
Was können wir also tun, um unsere Vorsätze und Ziele generell realistischer zu setzen?

Inhaltsverzeichnis

Bringe deine Ziele in Einklang mit dir Selbst!

Allzu oft lassen wir uns bei unseren Zielen, Entscheidungen und Wünschen vom Außen beeinflussen und sogar blenden. 
 
Wir holen uns Inspiration bei Freunden, Bekannten, Verwandten, Kollegen oder – noch häufiger – finden wir die Welt der 1000 Möglichkeiten im Internet und auf Social Media super spannend!
 
„Leider!“ kann ich da nur sagen!
 
Denn wir vergessen dabei, uns zu fragen, was von alledem wirklich der Realität entspricht und was davon uns nur eine Scheinwelt vorgaukelt.
 
Wir neigen dazu, uns mit der virtuellen Welt und ihren Vorbildern zu vergleichen und wollen vieles davon auch für uns umsetzen. Das meiste davon geht jedoch völlig an unserer eigenen und persönlichen Realität vorbei!
 
Dabei ist eines glasklar:
 
Wenn deine Ziele oder Pläne nicht mit deinem Innersten und deinen Werten übereinstimmen, ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr hoch, dass du sie nicht mit der notwendigen Motivation und Zielgenauigkeit verfolgst.
 
Deshalb meine Empfehlung:
 
Lasse deine Intuition und deinen Körper mit entscheiden und beziehe dein Körperwissen, Erfahrungen und Gefühle in den Entscheidungsprozess und die Planung wichtiger Ziele und Schritte immer mit ein. 

Beziehe deinen Körper mit ein!

Vielleicht kennst du den sogenannten Armmuskeltest aus der Kinesiologie, der sich als körperliche Unterstützung bei der Beantwortung von einfachen Ja/Nein-Fragen eignet.
 
Eine Erweiterung davon ist  der Körperkompass. Er eignet sich für komplexere oder offene Fragestellungen, die sich nicht mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“ beantworten lassen.
 
Beide Werkzeuge dienen als Selbstcoaching-Tools auf  der Kommunikationsebene zwischen Körper, Geist und Seele und spiegeln dir sehr genau, was nicht sofort offensichtlich ist.
 
Probiere die Werkzeuge zunächst mit weniger relevanten Fragestellungen aus (z. B.  „Will ich diesen Pullover wirklich kaufen? Ja oder Nein?“) und gehe dann nach und nach zu wichtigeren Fragen über. So bekommst du ein feineres Gespür dafür, welche Antworten du von deinem Körper erhältst.
 
Wichtig dabei ist, dass du die Antworten nicht ignorierst, sondern ihnen folgst. Sonst merkt sich dein Nervensystem, also dein Körperwissen, dass du die Antwort nicht annimmst und reagiert bei der nächsten Fragestellung möglicherweise diffuser. Denn, wenn du sowieso nicht auf den Rat hörst, bekommst du keine klaren Antworten mehr oder nimmst sie weniger wahr.
 
Dein Nervensystem ist ein wahrer Schatz, ein wichtiger Teil von dir und dein bester Unterstützer, wenn es um dein Wohlbefinden und deine Gesundheit geht! Schätze es dementsprechend auch in seinem Wert und folge und vertraue ihm!

Nutze deinen Körperkompass - eine Anleitung*!

Erster Schritt: Stelle fest, wie dein Körper reagiert

In diesem ersten Schritt vorab lernst du die Reaktion deines Körpers auf deine Fragen kennen und stellst dich darauf ein, wie er dir antwortet.

Durch die folgende Beschreibung des voranstehenden Eich-Prozesses wirst du verstehen, was gemeint ist:

 

  • Mach es dir so bequem wie möglich und sorge dafür, dass du ungestört bist. Schließe gerne die Augen.
  • Erinnere dich nun an einen besonders unangenehmen und unschönen Moment in deinem Leben und begib dich voll in das Gefühl dieser Situation, wie du sie damals erlebt hast. Lass alle Facetten der Erinnerung für einen Moment zu.
  • Beobachte und spüre genau, welche Körperreaktion die Erinnerung an diesen Moment in dir hervorruft (häufige Körperreaktionen sind z. B. Enge, Schwere, Dunkelheit, Druckgefühl, etc.).
  • Dann speichere dir das Körperempfinden in Verbindung mit der erinnerten unangenehmen Situation ab.
  • Jetzt löse dich wieder von dieser unangenehmen Erinnerung! Du kannst deinen ganzen Körper dafür schütteln oder ihn auch mit den Händen komplett abstreifen.
    Dies ist ein wichtiger Schritt des Prozesses, um wieder in eine entspannte und neutrale innere Haltung zurückzukommen!
  • Stelle dir nun einen besonders schönen, angenehmen und glücklichen Moment in deinem Leben vor und gehe auch hier mit deiner Erinnerung wieder voll in das damit verbundene Gefühl.
  • Welche Körperreaktion zeigt sich hier? Erlebst du z. B. Wärme, Helligkeit, Weite, Offenheit, etc.?
  • Speichere auch hier das Körperempfinden in Verbindung mit einem besonders schönen und glücklichen Moment innerlich ab.
  • Schüttle auch diese angenehme Erinnerung wieder von deinem Körper ab und komme zurück in eine entspannte und neutrale innere Haltung.

    Empfehlung: Nimm diesen Eich-Prozess nur in Momenten vor, in denen du dich emotional stabil und sicher fühlst, um nicht Gefahr zu laufen, von der Erinnerung an negative Situationen übermannt zu werden.

Zweiter Schritt: Wende den Körperkompass an!

  • Nimm eine möglichst bequeme Haltung ein und sorge dafür, dass du ungestört bist. Schließe gerne die Augen.
  • Visualisiere dann einen deiner möglichen Vorsätze oder eine Ziel oder eine offene Frage, die dich gerade bewegt und beobachte dabei deine körperliche Reaktion darauf.
  • In welchem Muster reagiert dein Körper nun auf die Vorstellung? Eher so wie auf die Antwort auf die unschöne Erinnerung? Oder ist es eher wie die körperliche Reaktion auf die besonders schöne und glückliche Erinnerung?
  • Ordne die körperliche Reaktion entsprechend zu und du wirst die Antwort spüren.
  • Mit etwas Übung wirst du die Körpersignale immer besser verstehen lernen.
  • Du erhältst dann oft die Grundlage für das, was wir eine Bauchentscheidung nennen.
  • Spüre auch immer nach, wie sich diese Entscheidung im Nachhinein anfühlt, um sicherer in der Deutung der Körperreaktion zu werden. Es wird dir immer leichter fallen.
  • Irgendwann wirst du den Körperkompass nur noch bei komplexeren Fragestellungen anwenden, weil du gelernt hast, schon vorher auf deine Körpersignale zu achten.

*Die Anwendung des Körperkompasses als Selbstcoachingtool, wie hier beschrieben, ist angelehnt an die Anwendung und Beschreibung des Tools in der NeuroEmbodied SoulCentering®-Methode von Britta Kimpel.

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Wie findest und setzt du jetzt deine Ziele?

  • Brainstorme und schreibe dir zuerst eine Liste von Dingen oder Themen auf, die du erreichen / ändern willst. Verwende dazu am besten ein Notizbuch oder eine Seite in deinem Kalender, wo du die Liste immer wieder nachlesen kannst.
  • Frage dich dann, was du dir für die 3 nächsten Monate vornehmen willst. Plane nicht mehr als 3 Monate!
  • Am besten formulierst du 1 Ziel pro Monat. Das reicht. Dann hast du pro Ziel genug Zeit, um z. B. eine neue Gewohnheit zu etablieren. Meistens benötigt man ca. 28 Tage, um eine Verhaltensänderung im Alltag zu integrieren. Was schon herausfordernd genug ist!
  • Wende nun für die folgenden Schritte den Körperkompass – wie oben beschrieben – an.
  • Bei der Auswahl dieser ersten 3 Themen, schließe deine Augen, nimm ein paar tiefe, entspannte Atemzüge in deinen Herzraum, komme zur Ruhe und komme ganz bei dir an.
  • Während du dir die 3 Themen vor dein inneres Auge holst, stell dir diese Fragen: „Was ist JETZT gerade dran?“, „Was brauche ich gerade am meisten?“, „Was fühlt sich im Moment am besten für mich an?“
  • Das Thema, womit dein Körper und dein Gefühl in diesem Moment am meisten in Resonanz geht, nimmst du dir als erstes Ziel vor.
  • Im nächsten Monat nimmst du dir ein neues Thema von deiner großen Liste hinzu und wiederholst den Prozess mit den 3 aktuellen Themen.
  • Selbstverständlich kannst du deine „große“ Liste ständig überarbeiten und anpassen, indem du Themen streichst, weil sie nicht mehr relevant sind, oder weitere Themen hinzufügst, die sich dir neu gezeigt haben. 
  • Themen, die du geschafft und erreicht hast, hakst du ganz groß und sichtbar ab!
  • Was für ein tolles Gefühl, wenn du auf der Liste nach und nach sehen kannst, was du schon erreicht hast!
  • Feiere und belohne dich dafür! Lass diesen Schritt auf keinen Fall aus!
  • Freue dich schon jetzt auf die Umsetzung deines nächsten Ziels!

Warum der Körperkompass funktioniert!

Unser Körper ist ein zuverlässiges Speichermedium für alle unsere bisherigen Lebenserfahrungen – sowohl negative als auch positive.  Er speichert diese Erinnerungen auf verschiedenen Ebenen und meist im Unterbewusstsein für uns ab – neuronal, neuromuskulär, in den Faszien und auf Zellebene

Diese Erfahrungssammlung und vor allem die Fähigkeit, die einzelnen Erfahrungen wieder abrufen  zu können, und zwar in einem Kontext, uns immer vor größerem Schaden zu schützen, nennen wir Körperintelligenz, Körperwissen oder auch Körperweisheit.

Ein persönlicher Wissensschatz, den wir uns zu eigen machen und, wo immer möglich, eigenverantwortlich für unser ganzheitliches Wohlergehen nutzen sollten.  Ein Wissen, das wir so von außen niemals in diesem persönlichen Umfang erhalten können.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Vergangenes Wochenende musste ich eine zwiespältige Entscheidung treffen. Keine schwerwiegende, aber eine, die mir nicht leicht fiel.

Zwei Herzen schlugen in meiner Brust! Ich musste mich zwischen zwei Herzensthemen entscheiden:

Ich singe schon seit einigen Jahren in einem ambitionierten Barbershop-Chor. Und ich mache zurzeit eine ergänzende Ausbildung als Embodiment-Coach in der KörperSinn-Methode.

Letztes Wochenende gab es eine Terminüberschneidung zwischen beiden Themenbereichen, die beide jeweils das komplette Wochenende betrafen.

Ich hatte einen Kompromiss geplant und wollte samstags an der Ausbildung teilnehmen und sonntags an der Chorprobe.

Im Laufe des Samstags stellte ich allerdings fest, dass ich in der Ausbildung zu viele praktische Grundlagen verpassen würde, wenn ich nicht teilnehmen könnte. 

Auf der anderen Seite gab es die Vereinbarung mit dem Chorleiter und das Pflichtgefühl gegenüber dem Chor.

In dieser Situation habe ich meinen Körperkompass befragt und er hat mir EINDEUTIG signalisiert, welche Entscheidung ich treffen wollte.

Eine Entscheidung, die sich schon in meinem Körper angedeutet und die ich bereits gespürt hatte. Es fehlte letztendlich nur noch der letzte Schritt der Kommunikation.

Als ich die Chorprobe dann abgesagt hatte, stellte sich wieder die Leichtigkeit ein und das Magengrummeln war wie weggeblasen. 

Ich hatte eine viel zitierte „Bauchentscheidung“ getroffen  und mein Körper zeigte mir durch seine Entspannung deutlich, dass es die richtige Entscheidung war.

Hätte ich anders entschieden, wäre ich nur mit halbem Herzen bei der Chorprobe gewesen und hätte mir (und allen anderen übrigens auch) keinen Gefallen damit getan.

 

Resumée

Du wirst schnell feststellen: Wenn du es langsam angehen lässt und dein Körpergefühl nach und nach in deine Vorsätze, Ziele und Entscheidungen einbeziehst, und dich dann auf zunächst EINE Sache fokussierst, wirst du deine ersten Vorhaben für dieses Jahr leichter erreichen.
 
Und anschließend gehst du mit dem Gefühl eines erreichten Zieles und des Erfolges das nächste Thema an!
 
Auf diese Art und Weise kannst du in diesem Jahr einige Vorsätze für dich umsetzen, die du im Einklang mit dir SELBST getroffen hast!
 
Was denkst du, wie sich das am Ende des Jahres anfühlen wird?

Wirst du es ausprobieren?

Es interessiert mich, ob du dein Körperwissen bereits in deine Entscheidungen oder Planungen einbeziehst und falls ja, wie du das machst?

Oder bist du inspiriert und willst du es vielleicht zum ersten Mal versuchen?

Ich freue mich, wenn wir in den Austausch kommen und du mir in den Kommentaren zu diesem Artikel deine Meinung schreibst!

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